Unterrichtsgestaltung

Mit Obstsalat zum besseren Reiten

Obstsalat, Idee zum besser reiten

Mit Obstsalat zum besseren Reiten. Den Satz lassen wir jetzt erstmal kurz auf uns wirken … Dann nochmal: Mit Obstsalat zum besseren Reiten. Stellt sich doch die Frage, was ist denn das Besondere an einem Obstsalat und was hat dieser mit dem Reiten zu tun? Apfel, Birne, Traube, Banane, Pflaume, Zitrone, Ananas und Kiwi. Kunterbunt, immer abwechslungsreich, leicht und gesund. Man kann ihn sich nach dem eigenen Geschmack zusammenstellen und isst gerne mal ein Löffelchen mehr davon.

Gebraucht werden jetzt also viele bunte Teile. Das können Hütchen sein, oder Tücher, Plastikeimer, Holzklötzchen, Papier mit Steinen beschwert oder was euch sonst noch so in die Hände fällt. Die verteilen wir nun kreuz und quer in der Halle oder auf dem Platz. Auch eine Wiese die man zum Reiten nutzen darf, eignet sich dafür hervorragend. Obstsalat gibt es ja auch schließlich auch nicht immer in der gleichen Schale. Bitte auch nicht zu geordnet und nicht immer an den gleichen Stellen. Je besser die Früchte durchgemischt sind, desto besser schmeckt es ja auch hinterher.

Nun stellt sich noch die Frage, wieviel davon? Das kann man ganz nach Belieben machen. Für den großen Hunger gibt es mehr davon, für den kleinen Hunger mal nur ein Löffelchen. Wenn man auf viel Abwechslung steht, nimmt man mehrere Farben, wenn man erstmal nur einen Geschmack intensiv erleben möchte, dann besser weniger. Vielleicht auch eine Hauptfarbe verwenden und den Rest als nettes Beiwerk dekorieren.

Schon kann es losgehen: Ein Patentrezept fürs Schneiden und zusammenmischen gibt es nicht, einige Anregungen sind hier aufgeführt. Zum Übernehmen, zum Abwandeln, Kombinieren, zum selber kreativ werden und zum verfeinern. Einfachhalber wird ab sofort nur noch von Hütchen geredet.

 

Hütchen
Schon zwei Farben lassen viele Übungen zu

Zwei Farben:

  • Volte links oder Volte rechts
  • Kehrtvolte oder Volte
  • Halten und im Schritt anreiten oder halten und im Trab anreiten
  • Leichttraben/Aussitzen, Dressursitz/leichter Sitz

 

Drei Farben:

  • Gangartenwechseln, jeweils beim Vorbeireiten
  • Volte links, Volte rechts, Kehrtvolte
  • Tempiwechsel
  • Immer gleiche Reihenfolge rot-blau-gelb-rot-blau-gelb…
  • Immer zwei gleiche, dann ein anderes rot-rot-blau-gelb-gelb-rot

 

Vier Farben:

  • Gangartenwechsel und Halten

… und viele weitere Varianten, die Euch so einfallen …

Geschult wird der Reiter. Das Reiten von Aufgaben an einem festgelegten Punkt und durch die freie Linienführung lernt der Reiter das Pferd besser zu begrenzen und einzurahmen.

Noch besser kann man diese Übung mit Hilfe eines Reitlehrers gestalten. Auf seine Ansage hin werden die verschiedenen Punkte angeritten. Er gibt eine Aufgabe an und der Reiter sucht sich selber die Markierung an der er diese umsetzen möchte, oder der Reitlehrer nutzt wahlweise festgeschriebene Aufgabenbeispiele, z.B. wie oben vorgeschlagen und sagt nur an, welches Hütchen als nächstes genutzt werden soll. Schnelligkeit und Flexibilität ist gefordert, je nachdem wie weit die Hütchen auseinander stehen.

Den Pferden helfen diese Übungen auf ganz unterschiedliche Weise. Faule Kandidaten werden durch die zügige Abfolge von Wendungen und Übergängen dazu ermutigt mit zu arbeiten und können sich an den Hütchen orientieren, wann eine neue Aufgabe auf sie wartet.

Eher gehfreudige Pferde werden dazu animiert genau auf den Reiter zu warten, denn an jedem Hütchen wartet eine neue Aufgabe, von der man im Moment noch nicht weiß, ob es eine Wendung sein wird oder ein Gangartenwechsel. Hier heißt es aber gut aufzupassen um nicht durch zu schnelle Wechsel zu viel Spannung ins Pferd zu bekommen. Dann lieber abbrechen, eine Runde Schritt am langen Zügel und dann mit weniger Anforderung nochmal neu starten. Vielleicht für den Anfang einfach nur die sich – durch die Hütchen – neu ergebenden Linien nutzen.

Auch für die eher zurückhaltenden unsicheren Pferde eignen sich diese Übungen. Sie können sich sicher darauf verlassen, dass sobald ein Hütchen kommt, eine Übung folgt. Das schafft Routine und Klarheit, die diesen Pferden zu Gute kommen.

Wer dann noch das Topping zum Obstsalat vermisst, sozusagen die Kugel Eis obendrauf, der legt sich einfach noch eine Hand voll Stangen bunt zwischen die Hütchen. Jetzt wird es richtig interessant mit Handwechseln, Gangartenwechseln, kurzen und langen Anreitewegen, Dressursitz und leichtem Sitz.

Wann schmeckt der Obstsalat am besten? Natürlich im Sommer, wenn es so richtig warm ist. Das gilt genauso für den Hütchen-Obstsalat. Zuerst sollte man sich und sein Pferd gut aufwärmen bevor man sich an die Aufgaben macht. Zusammen mit Stallkollegen trainieren, macht noch mehr Spaß. Außerdem geht das Aufbauen schneller von der Hand und man kann sich dabei zusammen gleich neue, schöne Übungen ausdenken. Vielleicht fallen euch gemeinsam mit euerem Reitlehrer auch noch Aufgaben paarweise ein? Oder hintereinander? Erst der eine, dann der andere vorne.

Auf jeden Fall sollte die Abwechslung im Vordergrund stehen: Im Herbst gibt es einen Obstsalat eher mit Orangen und Birnen. Im Frühsommer sind Erdbeeren, Himbeeren und Melone an der Reihe. Das bedeutet heute Gangartenwechsel üben, nächste Woche mit Stangen und dann mal nur mit zwei Hütchentoren. Niemand möchte immerzu das Gleiche essen und täglich Obstsalat bringt irgendwann auch keine gute Laune mehr, weil es zum Alltag geworden ist.

Also dann viel Spaß beim Zubereiten, ausprobieren und Genießen!

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