Allgemein

Das Geschenk des Nikolaus

Nehmt euch Zeit für eure Schüler. Hört ihnen aufmerksam zu, wenn sie Fragen stellen, so dass ihr verstehen könnt, wo die Schwierigkeiten wirklich liegen. Trinkt auch mal eine Tasse Tee gemeinsam. Unterrichtet fünf Minuten länger, wenn es nötig ist, um eine Stunde gut zu beenden.
Nehmt euch Zeit für eure Pferde. Sie leisten so viel, lernen und lehren. Genießt fünf Minuten gemeinsame Stille oder einen gemütlichen Ausritt ins Gelände.
Nehmt euch Zeit für eure Lehrer. Nehmt euch vor allem Zeit eure Lehrer zu entdecken. Egal ob das jüngste Reitschulkind, euer eigener Reitlehrer, die Stallkollegin oder ein besonderes Pferd.

Interessiert euch für alles und jeden. Und sei es nur, um festzustellen, dass es nicht das oder der richtige für euch ist. Schaut fremden Reitlehrern beim Unterrichten und im Umgang über die Schulter, interessiert euch für das, was der Tierarzt anordnet. Hört aufmerksam zu, wenn ein alter Pferdemensch von „Damals“ erzählt. Interessiert euch für die Kinderfragen, warum, wieso, weshalb.

Knausert nicht mit Lob. Eine Sache gibt es in jeder Reitstunde die gut gelaufen ist. Warum nicht angewöhnen am Ende der Stunde eine kurze Rückmeldung als Zusammenfassung an den Reitschüler zu geben? Lob erhält die Motivation und steigert das Selbstvertrauen, schaut euch an, wie eure Pferde das Wachsen beginnen, wenn sie wissen, dass sie etwas richtig gemacht haben.

Opfert euch nicht auf. Jeder hat auch das Recht auf freie Zeit. Man muss nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit für Kleinigkeiten erreichbar sein. Man muss der Stallkollegin nicht zum 20ten Mal das Pferd umdecken, wenn von ihr kein Entgegenkommen zu erwarten ist. Man muss nicht nach jeder Reitstunde noch zwei Stunden im Stall verbringen, um die Ferkeleien wegzuräumen und Sachen zu säubern, die ein anderer wieder mal dreckig hinterlassen hat. Ein freundlicher, aber klarer Hinweis an die bestimmten Personen und dann selbst wieder einmal durchschnaufen.

Lasst mal fünfe gerade sein. Niemals in Situationen, die gefährlich werden können, aber immer dann, wenn man auch mal ein Auge zudrücken kann. Der eigene Pferdekumpel schubbst mit der Nase und fordert Streicheleinheiten ein? Wenn es nicht zur Normalität wird, warum dann nicht auch mal einfach drauf eingehen. Der Reitschüler ist heute durcheinander im Kopf und es gelingt kein Galopp-Schritt-Übergang? Egal, dann ist heute eben der Tag, an dem man gemeinsam den fürchterlichsten Galopp-Schritt-Übergang belacht, abhakt und dann die stunde mit leichttraben einfach beendet.

Ausprobieren, mal was Neues versuchen. Macht euch eine kleine Liste an Dingen, die ihr in Zeitschriften lest, die ihr als Tipps von anderen bekommt, die ihr in einer Fernsehsendung oder auf YouTube gesehen habt. Egal ob das Reiten betreffend, den Umgang mit anderen, die Pferdepflege oder zur Fütterung. Irgendwann kommt der Tag, an dem man denkt: „Ah, da habe ich doch mal was gelesen/gehört/gesehen/…“ und dann ist man froh, wenn man genau weiß, wo man die Idee notiert hatte.

Unterstützt die, die Hilfe brauchen. Egal ob Mensch, ob Tier. Sei es ein kleines Problem oder ein ganz großes Problem. Oft reicht es schon da zu sein und zu trösten und gemeinsam zu überlegen, wie man Kräfte mobilisieren und die Situation verbessern kann. Schließt euch zusammen und helft gemeinsam.

Schlussendlich: Sattelt die Pferde, schmeckt Zimt und Nuss, singt Lieder, schüttelt euch vor Lachen, sprecht über die, die nicht mehr da sind und die, die Gutes für euch getan haben. Sucht euch einen gemütlichen Platz zum lesen oder Plätzchen backen, strahlt vor Glück, wenn eine weiche Pferdenase sich an euren Hals kuschelt, staunt über die leuchtenden Kinderaugen unter dem Weihnachtsbaum. Spielt gemeinsam ein Gesellschaftsspiel, staunt über die weißen Flocken, die vom Himmel fallen. Schmust und schmunzelt, schmückt und schmatzt:  Schöne Adventszeit und sinnliche Feiertage!