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Meine kleine Pferdebibliothek

Ich lese gerne. Schon immer. Am liebsten Romane oder Krimis. Oder eben Pferdebücher. Sachbücher. Inzwischen stehen mehr als 180 Bücher in meinem Regal. Viele geerbt oder geschenkt bekommen. Ich lese darin, ich nutze sie zum Nachschlagen, ich hole mir Inspirationen und Tipps. Und was mir noch viel wichtiger ist, ich leihe sie aus. Ich möchte, dass andere auch davon profitieren können.

Neulich in der Reitstunde, Thema Hufschlagfiguren: Wie wird denn eigentlich eine Kehrtvolte korrekt geritten? 10 Meter, 8 Meter, wo genau komme ich wieder am Hufschlag an. Erklären kann man vieles, gefreut hat sich die Reiterin aber auch sehr über das Bild, das ich ihr dann abends abfotografiert und per WhatsApp geschickt hatte. Inzwischen hat sie das FN Hufschlagfiguren-Buch auch selber zu Hause stehen. Eine Freundin fragt, ob ich eine Idee habe, was sie dem Pferd noch Gutes tun könnte in Bezug auf die Fütterung. Sie würde jeden Abend Mash füttern, hätte jetzt aber gehört, dass das nicht gut sein, wegen irgendeinem Verhältnis der Inhaltsstoffe zueinander. Ganz auswendig weiß ich es nicht, verspreche ihr aber, es nachzuschlagen. Zu Hause entscheide ich mich dann doch dazu, das Buch einfach einzupacken und ihr in den Schrank zu legen. Vielleicht möchte sie ja noch ein wenig mehr darin schmökern und blättern.

Was bringt mir meine kleine Bibliothek? Zuallererst mal ganz viel Freude. Ein neues Buch aufschlagen, reinschnuppern und dann ein paar Stunden oder oftmals auch über mehrere Wochen hinweg die Chance Neues zu lernen, Dinge zu verknüpfen, zu hinterfragen, mich intensiver mit einem Thema zu befassen. Dann aber auch die Möglichkeit mich mit anderen auszutauschen, sei es über ein spezielles Thema oder ganz allgemein nachdem ich ihnen das Buch ausgeliehen habe.

Vorteile gibt es auch für die, denen ich die Bücher leihe. Sie können erst einmal reinschnuppern, ob ihnen die Art des Autors zusagt, ob sie das Geld in die Hand nehmen möchten, es sich selber zu kaufen. Pferdebücher findet man selten in Bibliotheken und wenn man doch mal eines erwischt, dann ist es oft aus dem Altbestand aus dem Jahre Neunzehnhundertnochmalwas. Wobei auch da das ein oder andere Schätzchen dabei sein kann, das es lohnt auszuleihen und zu lesen.

Wie sieht es bei dir aus? Hast du auch ein Pferdebuch im Regal stehen? Oder auch eine kleine Bibliothek? Wann hast du das letzte Mal in einem davon geblättert? Lohnt es sich, es einem deiner Reitschüler auszuleihen? Oder hast du Fragen, die du mit deinem Reitlehrer oder Trainer besprechen solltest? Vielleicht ein tolles Bild gefunden mit einer Übung für die nächste Reitstunde?

Die nassen und kalten Tagen rücken unaufhaltsam näher. Warum nicht noch einmal das schöne goldene Herbstwetter nutzen und sich mit einem Buch auf die Koppel zu den Pferden legen. Ein Aufruf ans schwarze Brett oder per Mail an alle aus der Stallgemeinschaft. Bringt euer Lieblingsbuch mit, wir machen einen Tauschnachmittag. Was dann nicht fehlen darf ist noch ein Geschichten-Buch für die Kinder und ein Vorleser. Vielleicht auch eine Idee für den Kindergarten um die Ecke oder die Ponykinder aus der Donnerstagsgruppe? Man denke nur an die „Ethischen Grundsätze“, vermittelt euer Wissen weiter, zeigt dem Nachwuchs, wo er lesen kann, wie man richtig mit den Pferden umgeht.

Ich sage dann mal „Tschüß“ für heute, muss da schnell was nachschlagen gehen…. blätter…. blätter…. blätter….