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Möge das Glück dort sein, wo du gerade bist und lächelnd bei dir verweilen….

Ein schöner irischer Segenswunsch, den mir das Internet da gerade vor die Nase gesetzt hat. Spontan musste ich an eine meiner Reitstunden denken und schwupps, schon hatte ich ein Lächeln in meinem Gesicht und ein gutes Gefühl in mir. Das Glück in kleinen Augenblicken finden und in sich behalten, um sich daran zu erinnern und den Moment nochmal erleben und genießen zu können.

Sicher ein völlig unspektakulärer Moment, mag man ihn von außen betrachtet haben. Ein stinknormaler Arbeitstrab, lange Seite der Reitbahn, kurz vor der Ecke und doch, irgendetwas war magisch an diesem Moment. Glück so nah, dass man sich wundern musste, dass es nicht alle um einen herum genauso bemerkten und verwundert aufschauten oder erstaunt den Kopf drehten. Aber nein, es war unser gemeinsamer Glücksmoment, ein Moment nur für mich und mein Pferd, ein Moment, den man einfach nur annehmen und genießen darf.

Die viele Arbeit, die ihm vorausging, der Versuch diesen Moment zu erhaschen, das Glück zu jagen, es zu fangen. Ehrgeizig einem Ziel hinterher zu eilen, von dem man noch nicht mal richtig wusste, was es sein wird, nur die Menschen davon hat sprechen hören. Wie man versucht hat, ihren Erklärungen zu folgen und doch keine Chance hat, sie zu verstehen. Bis hin zu dem Moment, an dem man „aufgibt“, sich tragen lässt und mutig abwartet, was kommen wird.

„Das Glück ist ein Schmetterling“, sagte der Meister.
„Jag ihm nach und er entwischt dir. Setz dich hin, und er lässt sich auf deiner Schulter nieder.“
Der Schüler war neugierig: „Was soll ich also tun, um das Glück zu erlangen?“
Des Meisters Antwort: „Hör auf, hinter ihm herzujagen.“
„Aber es muss ja was geben, was ich tun kann?“
„Du könntest versuchen, dich ruhig hinzusetzen, wenn du es wagst.“
(Anthony de Mello)

Ein kleines Steinchen, über die Zeit ergänzt durch weitere kleine Glücksmomente, so stelle ich es mir vor, was in Zukunft kommen wird. Viele einzelne Puzzlestücke, die erst Teile des Ganzen erkennen lassen und am Ende ein Gesamtbild ergeben.

Das große Glück ist wie ein Mosaik: Ein Werk aus vielen kleinen bunten Steinen.
(Autor unbekannt)

Auf der Suche nach weiteren Glückssprüchen bin ich dann im WorldWideWeb auf folgendes Zitat gestoßen:

Glück kann man nur festhalten, indem man es weitergibt.
(Werner Mitsch)

Und sofort war ich wieder in eine alte Erinnerung zurückgeworfen. Das innerliche Strahlen eines Reitschülers, nach einer Trab-Halten Parade. Die Aufgabe war gut ausgeführt gewesen, das Pferd stand geschlossen, ruhig und in feiner Anlehnung.  Was dieses Strahlen mit mir machte, war, dass ich mich mit ihm freute. Freute, dass er so zufrieden mit sich sein konnte.

Genau das wünsche ich euch allen da draußen an den Bildschirmen und Handys, dass ihr euer kleines Glück finden könnt, genau dort, wo ihr gerade seid und dass es euch begleiten mag, euch auch noch nach langer Zeit ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Gebt es weiter, wann immer es euch möglich sein wird und ihr werdet doppelt davon profitieren, durch die Gewissheit einem anderen einen guten Moment geschenkt zu haben und von der Reaktion eures Gegenübers. Gebt das Glück weiter und es wird bei euch bleiben.

Für all die Lehrmeister
– zweibeinige, aber ganz besonders auch die vierbeinigen –
von denen ich auf meinem Weg lernen durfte und darf.